"Denken was wahr und fühlen was schön und wollen was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens
Platon, Herder oder Spalding ?"
Peter Ochsner denk-schreibt suchend nach dem Sein, stetig vorgreifend, dennoch wiederholend, um dem Regelwerk einer gerechten, sozialen Welt näher zu kommen. Er will wissen, wie richtig oder allenfalls falsch das Neue ist, bevor es angewendet wird. Im engen Schweizer Bergtal waren für ihn entsprechende Antworten nicht aufzufinden, er folgte dem inneren Drang, diese Sensibilität, dieses gesellschaftlich richtige Dasein zu finden. Geografisch weit entfernte Kulturen prägten sein Denken, daherin besonders das Mann/Frau Verhältnis, sowie die arm/reich Ungleichheit. Er verbrachte viele Jahre in Armut, in einer scheinbar rückständigen Welt, auf der Suche nach seelischer Intelligenz, nach der wirklich wahren Maturität. Zumindest fand er dort die sozial richtigen Signale der gerechten Gesellschaft.
Seit über zehn Jahren leitet Peter ein Wiedereingliederungsprogramm in einem Frauengefängnis. Er unterrichtet kreatives Schreiben, Musik, Malerei und andere kunstbasierte Kurse gehören ebenfalls zum Programm. Kunstschaffen ausbedingt kreatives, das heißt richtiges denken. So betrachtet gilt Kreativität als Mitbegründer der Menschheit. Es sind Momente der Harmonie, des Konflikts auch, die das kreative denken auswirken, und somit den Sinn für Recht und Unrecht generieren. Das Dilemma, die erste Hürde, die eine Gefangene überwinden muss, ist die teilweise genetisch bedingte Fähigkeit, Ideen zu entwickeln. Kunst ohne den Einfluss der Kultur- und Kreativwirtschaft zu erschaffen. Kunst, frei von Materialismus, führt den heranreifenden Künstler zu ausschließlich richtigen Gedanken. Dieser Zustand inneren Friedens wird so zur Quelle von Freude und Sinnhaftigkeit – eine Grundbedingung, die sich früher oder später auch auf den Alltag auswirkt.